Zum Weltkatzentag: Miezen an die Macht!

Wenn wir Menschen uns ein bisschen mehr wie Katzen aufführten, wäre die Welt ein Stückchen besser. Und unterhaltsamer.

Zuerst einmal spricht dafür mal die Tatsache, dass wir bis zu 20 Stunden am Tag schlafen würden. Wer schläft, zankt nicht. Wer schläft, ist einfach friedlich. Außerdem ließen wir uns nicht provozieren.

Auf der Arbeit steht der Kollege in der Tür und nervt? Wir würden ihm den Rücken zudrehen, die Ärmel hochkrempeln und demonstrativ und konzentriert beginnen, uns gründlich den Unterarm zu lecken, bis er aufgibt und wieder weggeht. So einfach wäre das. Ganz nebenbei hätten wir durch das ganze Geputze eine ganze Ecke weniger miefige Leute im Büro.

Und würde der auf Krawall gebürstete Kollege wider Erwarten doch nicht lockerlassen, würden wir den Konflikt eben auf Katzenart austragen, und zwar unter Eskalation auf Stufe eins: dem Niederstarren. Man stelle sich vor: Da säßen sich Angela Merkel und Horst Seehofer gegenüber. Der große Mann aus Bayern hat gerade mal wieder gefordert, alles ganz anders zu machen, nämlich so, wie er sich das halt vorstellt. Anstatt alle Energie auf Koalitionskrach und anschließende Formelkompromisse zu verwenden, würde Angela einfach die Ohren anlegen und Horst auf Regionalkatergröße zurechtstarren. Na, duckst du ideologischer Streuner dich immer noch nicht weg? Muss ich erst meine Haare plustern und tief aus dem Bauch knurren? Na also. Und jetzt schleich dich!

Außerdem hätten wir wesentlich bessere Laune. Schließlich müssten wir nicht erst im Internet nach Katzenvideos suchen, um mal zwischendurch herzlich zu lachen. Ein Gang durchs Büro würde ausreichen.

Während wir dort die Sekretärin dabei beobachten könnten, wie sie beständig gegen die Fensterscheibe springend einer Fliege hinterherjagt, wäre der Kollege aus der Warenannahme nach dem Auspacken vollauf damit beschäftigt, abwechselnd in und wieder aus den leeren Kartons herauszuspringen. Und statt sich um das diesjährige Budget für kostspielige Maßnahmen zu streiten, würden sich Vertriebs- und Marketingkollege in einen flauschigen Ball verknäuelt über den Gang kugeln, während der Chef das ganze mäßig interessiert von seinem Lieblingsplatz auf der Oberseite des Ordnerschranks aus beobachtet.

Zugegeben, die Produktivität könnte etwas geringer ausfallen. Aber in dieser Welt  bräuchte man ja auch nicht viel im Leben: Futter ist billig, teure Statussymbole unnötig.

Und dann die positiven Auswirkungen des mäßigen Kurzzeitgedächtnisses. Keiner wäre mehr nachtragend. Auseinandersetzungen um Futter oder Revierstreitigkeiten wären schnell abgehakt. Wie sollte es da zu Kriegen kommen?

Ich schließe also mit dem Hit „Katzen an die Macht“ des leider noch unbekannten Maunzbert Grönemiezer: „Gebt den Katzen das Kommando / sie berechnen nicht was sie tun / die Welt gehört in Katzenpfoten / der Trübsinn ist verboten / wir werden in Grund und Boden geschnurrt / Katzen an die Macht!“

Weltkatzentag

Einen fröhlichen Weltkatzentag!

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